Wie können wir junge Menschen im digitalen Raum schützen und zugleich ihre Teilhabe stärken?
Diese Frage stand im Mittelpunkt unseres öffentlichen Fachgesprächs „Digital native oder digital naiv? Wie sollte der Bund Medienkompetenz junger Menschen fördern?“, das wir als Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion gemeinsam mit grünen Fachpolitiker*innen, externen Expert*innen und zahlreichen Gästen durchgeführt haben.
Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Ob in der Schule, im Freundeskreis oder in ihrer Freizeit, digitale Räume sind Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Sie eröffnen neue Möglichkeiten für Lernen, Kreativität und Austausch. Gleichzeitig begegnen junge Menschen dort auch Risiken wie Desinformation, Hass oder Manipulation. In der aktuellen Debatte um mögliche Social Media Verbote wird deutlich, wie groß die gesellschaftliche Verunsicherung ist.
Unser politischer Anspruch ist dabei eindeutig. Pauschale Verbote greifen zu kurz. Sie werden der Lebensrealität junger Menschen nicht gerecht und verkennen ihr Recht auf digitale Teilhabe. Unser Ansatz ist ein kinderrechtlicher. Schutz, Befähigung und Teilhabe müssen zusammen gedacht werden. Medienkompetenz spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die Diskussionen haben gezeigt, dass Medienkompetenz weit über technische Fähigkeiten hinausgeht. Es geht um die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, Inhalte kritisch zu hinterfragen, eigene Grenzen zu erkennen und sich sicher in digitalen Räumen zu bewegen. Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis betonten, dass Medienkompetenz altersgerecht vermittelt und langfristig begleitet werden muss. Einmalige Projekte reichen dafür nicht aus.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Medienkompetenzförderung bislang zu ungleich verteilt ist. Nicht alle Kinder und Jugendlichen profitieren gleichermaßen von bestehenden Angeboten. Gerade deshalb braucht es verlässliche Strukturen, eine bessere Vernetzung von Schule, Jugendhilfe und Zivilgesellschaft sowie eine stärkere Rolle des Bundes.
Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass junge Menschen nicht nur als Schutzobjekte betrachtet werden, sondern als aktive Gestalter*innen ihrer digitalen Lebenswelt. Medienkompetenz zu stärken heißt, ihnen Vertrauen entgegenzubringen und sie darin zu unterstützen, selbstbestimmt, kritisch und solidarisch zu handeln. Dafür werden wir uns weiterhin einsetzen.