Viele Menschen geben jeden Tag alles: Sie arbeiten, kümmern sich um ihre Kinder, pflegen Angehörige und versuchen irgendwie, allem gerecht zu werden. Und dann kommt von konservativer Seite der Vorwurf, man würde es sich in „Lifestyle-Teilzeit“ bequem machen.
Das trifft viele hart und geht komplett an der Realität vorbei. Denn die meisten arbeiten nicht weniger, weil sie wollen, sondern weil sie müssen.
In Wahrheit schuften die Menschen in diesem Land enorm. Jedes Jahr fallen Milliarden Überstunden an, oft unbezahlt. Gleichzeitig sind die meisten Teilzeitbeschäftigten Frauen. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil die Kita früh schließt, kein Ganztagsplatz da ist, die Eltern Pflege brauchen oder sich mehr Arbeit finanziell kaum lohnt. Viele stecken in der Teilzeit fest, obwohl sie gern mehr Stunden machen würden. Und auch viele Väter wollen heute mehr sein als nur die Wochenend-Papas – stoßen im Job aber noch immer auf starre Erwartungen.
Wir Grüne finden: So kann das nicht bleiben. Arbeit muss sich an das Leben anpassen, nicht umgekehrt. Wer weniger arbeitet, soll später wieder aufstocken können, wenn es passt. Arbeitszeiten müssen flexibler werden, damit man auf das reagieren kann, was das Leben gerade verlangt. Und wer im Homeoffice arbeiten kann, soll das auch dürfen, mit mehr Mitbestimmung statt starrer Vorgaben.
Genauso wichtig ist verlässliche Betreuung. Wer arbeiten soll, muss wissen, dass die Kinder gut versorgt sind, den ganzen Tag. Deshalb kämpfen wir für mehr und bessere Kitas und Ganztagsschulen. Außerdem wollen wir ein Steuersystem, das Arbeit für beide Partner fair macht, statt alte Rollenbilder festzuschreiben. Mit moderner Einwanderung, guten Arbeitsbedingungen und Weiterbildung sorgen wir dafür, dass genug Fachkräfte da sind.
Unser Ziel ist eine Arbeitswelt, die den Menschen sieht. Eine Politik, die nicht beschämt oder unter Druck setzt, sondern den Rücken stärkt. Denn gute Arbeit entsteht dort, wo Leben und Beruf zusammenpassen.