Gestern haben wir Grünen im Rahmen unseres regelmäßig stattfindenden Wirtschaftssalons ein Fachgespräch zur Zukunft der Wissenschaftsfinanzierung geführt.
In vertraulicher Atmosphäre kamen grüne Fachpolitiker*innen mit externen Expert*innen aus Wissenschaft und Forschung zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, wie Forschung und Lehre auch über das Jahr 2027 hinaus verlässlich finanziert werden können.
Für uns Grüne ist klar: Wenn wir über Geld für Wissenschaft sprechen, sprechen wir immer auch über Freiheit. Freiheit von Forschung und Lehre ist keine Selbstverständlichkeit. Internationale Entwicklungen zeigen sehr deutlich, wie schnell politische Einflussnahme über Finanzierungsentscheidungen zur Bedrohung werden kann. Aber auch in Deutschland wächst die Sorge, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend unter Druck geraten. Gleichzeitig ist das System vielerorts ohnehin bis an seine Grenzen belastet. Steigende Kosten, unsichere Haushaltsaussichten und eine wachsende Abhängigkeit von Drittmitteln treffen auf einen hohen Anspruch an Qualität und Offenheit.
Wir Grünen haben in der vergangenen Wahlperiode wichtige Grundlagen für Stabilität gelegt. Mit verlässlichen Aufwüchsen im Zukunftsvertrag Studium und Lehre wurde Planungssicherheit geschaffen. Doch der Blick nach vorn zeigt, dass diese Sicherheit nicht dauerhaft garantiert ist. Spätestens ab dem kommenden Jahrzehnt stellen sich neue Fragen an die Finanzierung auf Bundes- und Länderebene.
Im Fachgespräch wurde deutlich, dass punktuelle Programme und große Strategien allein nicht ausreichen. Eine starke Wissenschaft braucht vor allem eine solide Grundfinanzierung. Ergänzend dazu müssen neue Finanzierungsquellen klug und verantwortungsvoll erschlossen werden. Ebenso wichtig ist es, die Wissenschaft von unnötiger Bürokratie zu entlasten und ihr mehr Zeit für das zu geben, was sie im Kern ausmacht.
Uns Grünen ist dabei besonders wichtig, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen eng mit der Gesellschaft verbunden bleiben. Wissenschaft ist kein Elfenbeinturm, sondern Teil unseres demokratischen Alltags. Sie bildet aus, erklärt, widerspricht und entwickelt Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Das kostet Geld, aber es ist eine Investition in Demokratie, Freiheit und Zusammenhalt.
Die Impulse aus dem Wirtschaftssalon nehmen wir mit in die parlamentarische Arbeit. Mal laut und fordernd, mal leise und vermittelnd, aber immer mit dem Ziel, die besten Lösungen für eine starke und freie Wissenschaft zu finden.