Vorbeugen. Durchgreifen. Helfen.
Gewalt ist kein Randphänomen, sie ist Ausdruck struktureller Probleme, die unsere Gesellschaft insgesamt betreffen. Hinter jeder Tat stehen Menschen, deren Leben sich abrupt verändert: Betroffene, die körperliche und seelische Verletzungen verarbeiten müssen, sowie Familien und Nachbarschaften, die von Angst und Unsicherheit geprägt sind. Jede Gewalttat ist eine zu viel und zugleich ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft, entschlossen und verantwortungsvoll zu handeln.
Besonders die zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen sorgt zu Recht für große Besorgnis. Die öffentliche Debatte darüber ist wichtig, darf jedoch nicht in einfache Schuldzuweisungen oder vorschnelle Lösungen abgleiten. Wenn marginalisierte Gruppen pauschal verantwortlich gemacht werden, verschärft das bestehende Spannungen, statt Probleme zu lösen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht durch Ausgrenzung, sondern durch differenzierte Betrachtung und gemeinsames Handeln.
Eine wirksame Antwort auf Gewalt kann nur auf einer fundierten, evidenzbasierten Analyse beruhen. Es braucht den Mut, Ursachen ehrlich zu benennen – von sozialen Ungleichheiten über mangelnde Bildungs- und Teilhabechancen bis hin zu Defiziten in Prävention und Unterstützungssystemen. Darauf aufbauend müssen nachhaltige Strategien entwickelt werden, die sowohl vorbeugen als auch konsequent eingreifen.
Unser Ziel ist klar: eine Gesellschaft, in der Menschen sicher leben können und Gewalt keinen Platz hat. Dafür braucht es keine einfachen Parolen, sondern durchdachte Konzepte, politische Entschlossenheit und eine breite gesellschaftliche Verantwortung.
In einem gemeinsamen Autor*innenpapier mit Irene Mihalic, Konstantin von Notz und mir zeigen wir Wege auf, wie dieses Ziel zu erreichen ist.